Showhypnose: Die dunkle Faszination

Seit jeher faszinieren uns Zauberer und Magier. So auch Menschen, die scheinbar mit einem Fingerschnippen andere Menschen zu unmöglich geglaubten Dinge zu veranlassen:

  • Da glaubt jemand, er sei ein Huhn und bewegt sich kopfnickend und gackernd einem Huhn ähnlich, über die Bühne.
  • Hier zählt jemand seine Finger: 1,2,3,5,6 oder rückwärts 5,3,2,1,0.
  • Dort wird ein Mensch zwischen zwei Stuhllehnen gelegt und fällt nicht runter. Mehr noch, auf seinem Bauch werden Spiegeleier auf echtem Feuer gebraten.

Wie kann das sein? Was geschieht da?

Nichts, was nicht zu erklären wäre. Das ist in der Show-Hypnose nicht anders als bei Zaubertricks.

Ein Showhypnotiseur sucht sich immer Freiwillige für seine Show aus. Derjenige, der sich meldet, ist vom Thema Hypnose fasziniert. Er will wissen, ob er auch hypntisiert werden kann.

Der Show-Hypnotiseur will eine gute Show abliefern, er will gut unterhalten. Dafür braucht er Freiwillige, die sicher in der Trance sind. 

Alle Freiwilligen, die auf der Bühne nicht leicht in Trance gehen, werden vom Assistenten des Showhypnotiseurs freundlich, aber bestimmt und sehr schnell zum Sitzplatz geleitet.

Die verbliebenen sind fähig, auf der ungewohnten Situation der Bühne, unter dem grellen Licht der Scheinwerfer und vor vielen fremden Menschen in Trance zu gehen. Sie ahnen, was auf sie zukommt, aber auch sie unterhalten gern. Die idealen Kandidaten für eine gute Show sind gefunden.

Der Rest ist für den Show-Hypnotiseur einfach. Er fasziniert sein Publikum mit einem guten Timing, verblüffenden Effekten und präsentiert eine gute Show. 

Der Trick mit der vergessenen Zahl

In der Trance wird der Kandidat aufgefordert, die Finger seiner Hand zu zählen. Er beginnt, "1 für den Daumen, 2 für den Zeigefinger, 3 für den Mittelfinger, 5 für den Ringfinger, 6 für den kleinen Finger". Er stutzt. "Nein, das kann nicht stimmen." Aber warum nicht? Er weiß keine Antwort. Der Hypnotiseur lässt ihn die Finger rückwärts zählen: " 5 für den kleinen Finger, 3 für den Ringfinger, 2 für den Mittelfinger, 1 für den Zeigefinger und 0 für den Daumen." Nein. auch das stimmt nicht.  Der Kandidat ist verwirrt. Möglicherweise wird sich jetzt mit einem anderen Freiwilligen befasst und der Kandidat zählt für das Publikum sichtbar immer wieder die Finger seiner Hand, ohne das Ergebnis verändern zu können.

Am Ende wird der Showhypnotiseur nachfragen: Der Showhypnotiseur wird jetzt nachfragen: Wie geht es Ihnen? Die Kandiaten werden mit allen Zeichen der Verwunderung erzählen, dass ihnen partout die vier beim Zählen nicht einfallen wollte. Dass sie auch unter Hypnose merkten, dass da etwas nicht stimmen konnte, aber ihnen wollte nicht einfallen, was nicht stimmte. Sie beschreiben ihre Verwirrung, die das Publikum ja sehr gut hatte mitverfolgen können. 

Der gute Show-Hypnotiseur wird jetzt vor dem Publikum nachweisen, dass jetzt - nach der Hypnose- wieder alle Finger vollständig gezählt werden können.

Spiegelei auf dem Bauch braten

Diese Nummer ist anders aufgebaut. Dieser Kandidat war bereits vor der Show aufgrund seiner sehr guten Hypnotisierbarkeit ausgewählt und mit feuersicheren, unsichtbaren Bauchschutz unter der Kleidung, versehen worden. Damit ist er vor Feuerverletzungen geschützt. 

Aber er lag doch zwischen zwei Stuhllehnen? Kein Problem. Der Showhypnotiseur nutzte hier ein körperliches Gesetz: Jeder Mensch kann allein durch Muskelanspannung zwischen zwei Stuhllehnen liegen. In Hypnose ist diese Anspannung ganz einfach auch über längere Zeit aufrecht zu halten.

Der mit Feuerschutz angetane Kandidat, der angespannt zwischen den Stuhllehnen liegt, wird schnell in tiefe Trance gebracht. Der Bauch wird mit einer geheimnisvollen Flüssigkeit eingerieben, entzündet und das Spiegelei gebraten. Die Hitze, die dieses Feuer aussendet, wird in den zwei Minuten, die das Spiegelei braucht, um zu garen, den Feuerschutz des Kandidaten nicht durchbrennen. Dem Publikum wird das fertige Spiegelei präsentiert und zum Essen angeboten.

Das Feuer wird gelöscht, dem Kandidaten wird noch in Trance durch konkrete Anweisungen und Hilfestellungen von den Stuhllehnen geholfen und danach wird er geweckt. 

Dieser Kandidat wird nach dem Aufwachen nicht gefragt werden, wie er sich gefühlt hat. Das würde den Effekt zerstören. 

Der Applaus für einen geheimnisvollen und machtvollen Auftritt ist dem Showhypnotiseur sicher.

Die Nummer als gackerndes Huhn

Die freiwilligen Kandidaten, die auch in der ungewohnten Bühnensituation gut und sicher in die Trance gehen, werden in Trance überzeugt, sie seien ein Huhn. Der Spaßmacher der Kandidaten wird sich als Huhn über die Bühne bewegen und in der Hypnose auch viel Spaß an der Verwandlung haben. Dieser Spaß überträgt sich und das Publikum biegt sich vor Lachen.

Nachzufragen, wie sich der Kandidat gefühlt hat, würde die Show gefährden und unterbleibt deshalb. Der Zuschauer schauert wohlig und ist erleichtert, nicht auf der Bühne gestanden zu haben.

Hypnotherapie und Showhypnose

Jeder, der hypnotisieren kann, könnte auch auf der Bühne hypnotisieren. Gar keine Frage. Aber nur wenige sind auch gute Unterhalter.

Der Hypnotherapeut dagegen sieht die Welt ganz anders: Ihm ist nicht daran gelegen, dass sich der Kandidat zum Affen macht. Er will Vertrauen gewinnen, um den Patienten auf andere Gedanken und Lösungsmöglichkeiten oder zu notwendigen Verhaltensänderungen zu bringen.