Entspannung: Die Basis jeder Hypnose

Der große Erfolg der Hypnose basiert in erster Linie auf dem wunderbaren und angenehmen Gefühl, dass unter Hypnose erlebt wird. Selbst in einer ganz leichten Hypnose, wie sie für die analytische Arbeit gebraucht wird, ist die Entspannung das vorherrschende Gefühl.

Die beiden Pole Anspannung und Entspannung

Entspannung ist das Gegenteil von Anspannung. Im Idealfall arbeitet unser Körper im Gleichgewicht von sympathischen und parasympathischen Steuerung unseres vegetativen Gleichgewichts. Sehr vereinfacht ausgedrückt heißt das, dass jeder Anspannungsphase automatisch eine Entspannungsphase folgt, jeder Belastung eine Entlastung. 

In unserer modernen Welt ist dieses körperlich notwendige Gleichgewicht oft gestört. Heute müssen wir zwar nicht mehr um unser Überleben kämpfen, das automatische Überlebensprogramm "Alarm" wird aber dennoch bei als bedrohlich empfundenen Situationen ausgelöst. Landläufig ausgedrückt: Der Körper gerät in "Stress."

Wann und in welcher Stärke unsere ureigene Alarm-Reaktion ausgelöst wird, ist abhängig von unserer Einstellung zur auslösenden Situation, von unseren Ressourcen und von unseren Konfliktfähigkeiten.

Die im Stress ausgelösten Hormone müssen abgebaut werden. Noch vor hundert Jahren arbeiteten wir körperlich, der Abbau von Stresshormonen gelang sehr viel leichter als heute. Der moderne Mensch im 21. Jahrhundert muss dagegen die aktive Entspannung lernen, um dem erlebten Stressbelastungen aktiv entgegen zu wirken.

Aktive Entspannung

Wir alle wissen, dass wir in unserer hektischen Welt aktiv entspannen müssen.

Aktive Entspannung kann jeder lernen und auf verschiedenen Wegen erreichen: Durch Sport, durch Progressive Muskelrelaxion, durch Yoga, durch Atemtechniken oder durch Selbsthypnose. Allen diesen Wegen ist gemeinsam, dass regelmäßige Ausübung des Zugangs zur aktiven Entspannung deren Wirkung erhöht.

Entspannung unter Hypnose

In Hypnose erreichen wir einen anderen Bewusstseinszustand, der im EEG (Messung der Gehirnströme) in Alpha- Beta- oder Therazuständen abgebildet werden. Im EKG (Messung der Herzfrequenz) wird unter Hypnose eine Absenkung des Herzschlags und des Blutdrucks messbar. Suggestionen erleichtern uns die Vertiefung der Atmung und der Entspannung der angespannten Muskulatur. Die Organe und Muskeln werden besser mit Blut versorgt, es setzt eine allgemeine körperliche Entspannung ein.

Manche Probanden empfinden die hypnotische Entspannung als derart angenehm, dass sie in der Trance verbleiben möchten. Manchmal fällt unter Hypnose das Sprechen schwer, das mit Suggestionen die Mundmotorik besonders angeregt werden muss.

Durch die allgemeine körperliche Entspannung iunter Hypnose ist das Alarm-System des Körpers nahezu ausgeschaltet. Die körperliche Enspannung macht eine geistige Entspannung möglich.

Der hypnotische Effekt

Ihr Kopf dreht sich nicht mehr um Ihre Alltagsangelegenheiten, sondern Ihre Fantasie schickt Sie mihilfe von für Sie ausgewählten Suggestionen beispielsweise auf eine Südseeinsel. Obwohl Sie genau wissen, dass Sie im kalten und oft verregneten Hannover auf meiner Hypnoseliege liegen, können Sie den weißen Sand, das türkisfarbene Meer und die grünen Palmen deutlich vor sich sehen. Sie spüren den Sand unter Ihren Füßen, die wärmende Sonne auf Ihrer Haut, Sie hören die Wellen, Sie schmecken das Salz auf Ihren Lippen, Sie riechen den einmaligen Geruch des Meeres.

Wenn Sie aus der Hypnose erwachen, werden die Bilder und Emfindungen deutlich vor Ihnen stehen. Sie werden sich gut erholt und erfrischt fühlen. Je tiefer die Hypnosetrance gewesen ist, um so deutlicher werden die Effekte beim Aufwachen sein.

Übung macht den Meister

Wenn Sie in Hypnose noch ungeübt sind, werden sich die Empfindungen möglicherweise nicht so deutlich einstellen können, wie hier idealtypisch beschrieben. Erwarten Sie nicht zuviel von sich. Wie bei allen anderen Entspannungsverfahren auch, wird der hypnotische Effekt mit jedem Üben besser, deutlicher, und vor allem leichter zu erreichen.